„Für die Stadt stand, nach dem Kanzlerpalais, dem Schlossdach und dem Ehrenhof, mit dem Palais Altenstein ein weiteres diffiziles Projekt an“, sagte Schreiner. Bei den Arbeiten mussten der Denkmalschutz sowie der Wunsch nach Barrierefreiheit und die energetische Sanierung unter einen Hut gebracht werden. Zu den wohl sichtbarsten Änderungen gehört der neue gläserne Aufzug an der Ostfassade (in Richtung Busbahnhof). Besonders stolz war Schreiner, dass es allen Beteiligten gemeinsam gelungen war, den Kostenrahmen des Projekts einzuhalten. Insgesamt flossen 3,25 Millionen Euro in die Sanierung des historischen Gebäudes. Über zwei Förderprogramme erhielt die Stadt dabei Zuschüsse in Höhe von zusammen knapp 1,3 Millionen Euro vom Land Hessen. Auch zeitlich verlief alles nach Plan, auch wenn es die eine oder andere Überraschung gab, wie Vey vom Fuldaer Architekturbüro Möller und Vey erläuterte: „Schon am Dach mussten wir feststellen, dass durch jahrelange Feuchteinwirkung Fäule, Schwamm und Schimmel entstanden waren.“ Auch an anderen Gebäudeteilen wurden die Arbeiten durch versteckte Mängel umfassender als gedacht.
Die zum Teil ungeplanten Freilegungen förderten aber auch historische Informationen zu Tage. So ließen einige der Dachbalken vermuten, dass bereits in den Jahren 1701 bis 1704 dort gebaut wurde, auch wenn die das Gebäude auf 1727 datiert ist. „Nach etwa einem Jahr, war die dichte Außenhaut fertiggestellt und die Innenraumsanierung konnte beginnen“, berichtete Vey, wie es weiterging. Dabei gelang es, trotz der Modernisierung, den Charme des historischen Gebäudes zu bewahren. Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Frank Verse, der im Rahmen der Sanierungen im Erdgeschoss über mehrere Wochen Ausgrabungen durchführte, blickte auf die Geschichte des Gebäudes und die zahlreichen Umbauten zurück. „Das Gebäude selbst stand seinerzeit im Herzen der alten Residenzstadt“, sagte Verse: „Schon 1770 wurde es das erste Mal umgebaut: Als Sitz des Kanzlers war es wohl nicht repräsentativ genug.“ Im Anschluss führten Vey, Verse und Frank Volmer, Amtsleiter der Abteilung Gebäudemanagement der Stadt Fulda, die Gäste – darunter auch der ehemalige Oberbürgermeister Gerhard Möller, Magistrats- und Ausschussmitglieder sowie Vertreter der beteiligten Firmen – durch das Haus. Unter dem Dach, in den Fluren und Büros erläuterten sie, mit welchen Schwierigkeiten sie im Laufe der Sanierung konfrontiert worden waren.
