„Wir wollen an diejenigen erinnern, die von hier aus Sicherheit für uns alle gestaltet haben“, sagte Landrat Bernd Woide. Teilweise hätten während des Kalten Kriegs über 800 Soldaten auf Hessens höchstem Berg für Frieden und Freiheit eingestanden. „Und das muss verteidigt werden. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe“, so Woide: „Demokratie auf deutschem Boden ist nicht selbstverständlich.“ Aus diesem Grund wurden die „Säulen der Erinnerung“ errichtet. „Das, was wir erreicht haben, muss immer wieder erkämpft, erstritten und erhalten werden“, schloss sich Staatssekretär Mark Weinmeister an. „Es ist eine Partnerschaft, auf die wir angewiesen sind und die wir sehr schätzen“, meinte Bundestagsabgeordneter Michael Brand zu einigen ehemaligen Soldaten sowie internationalen Gästen aus dem zivilen und militärischen Bereich: „Man hätte vor ein paar Jahren nie gedacht, dass die hässliche Fratze des Kalten Krieges wieder zu sehen ist.“ Die gesellschaftlichen Werte müssten geschätzt und bewahrt werden. „Die Wasserkuppe ist ein Symbol der Freiheit und es ist unsere Pflicht die Freiheit zu verteidigen“, so Brand.
Der ehemalige US-Verbindungsoffizier James J. Harkins war zu Zeiten der Luftraumüberwachung auf der Wasserkuppe dabei. Er erzählte den Anwesenden, wie die Freundschaft mit Deutschland und Amerika auf politischer, militärischer aber vor allem auch auf persönlicher Ebene entstand und heute noch von großer Bedeutung ist. Er als Ideengeber freute sich, die Enthüllung des Denkmales vorzunehmen: „Heute wollen wir die Luftwaffensoldaten für ihren Dienst auf der Wasserkuppe ehren und gleichzeitig Freundschaft und Verbundenheit zeigen“, so Harkins. Das Mahnmal „Säulen der Erinnerung“ sollen die Zeiten des Kalten Krieges für die Nachwelt dokumentieren, in stetiger Erinnerung halten und zusammen mit dem noch stehenden Radom an die historische Verantwortung der Menschen für Frieden und Freiheit erinnern.
„Die Stille Wacht – Hüter der Freiheit“
Als „The Silent Sentinel – Guardian of Freedom/Die stille Wacht – Hüter der Freiheit“ verstanden sich vor allem die amerikanischen, aber auch die britischen und deutschen Luftwaffeneinheiten, die von 1945 bis 1998 mit ihrem Dienst der Luftraumüberwachung auf der Wasserkuppe zur Sicherung des Friedens in Europa maßgeblich beigetragen haben. Zeitweise versahen bis zu 800 Soldaten ihren Dienst auf der Wasserkuppe. Insbesondere waren dies die 889th Signal Unit der Royal Air Force (Funkeinheit der britischen Luftwaffe), das 616th Aircraft Control & Warning Squadron der United State Air Force Europe (Warn- und Leitgeschwader der US-Luftwaffe in Europa) und die Bundesluftwaffe.
