Nach den Recherchen und der offiziellen Mitteilung aus dem Staatsarchiv Marburg kann der Ort nahe der Wasserkuppe im Jahr 2015 auf sein 850-jähriges Bestehen zurückblicken. Vermutlich ist der Ort jedoch viel älter, denn in den historischen Unterlagen finden sich Hinweise auf das Rodungsgut mit einem Gehöft, das im Jahr 826 in einer Schenkung an das Kloster Fulda ging.
Für die Begehung des Orts-Jubiläums ist allerdings das Jahr der urkundlichen Ersterwähnung maßgeblich. Im Codex Eberhardi wird Poppenhausen erstmals als Ort erwähnt. Deswegen wird 1165 als Gründungsdatum für Poppenhausen angenommen. Eng verbunden mit der Geschichte von Poppenhausen ist das Rittergeschlecht derer Von-Steinau-Steinrück, von dessen Adels-Wappen das heutige Wappen der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) abgeleitet und entwickelt wurde. Man findet dieses Wappen beispielsweise am Eingang des Rathauses, an den Gemeindefahnen, im Gemeindesiegel und im Kopf des offiziellen Briefbogens. Das Wappen besteht aus einem in Silber und Schwarz gespalteten Schild mit drei 2:1 gestellten fünfspeichigen Rädern in verwechselten Farben. Das Wappen ist ein recht sinniges Ortssymbol. Es erinnert an die ehemaligen Grundherren von Poppenhausen, die Herren von Steinau-Steinrück, die über 200 Jahre von Mitte des 14. Jahrhunderts bis Mitte des 16. Jahrhunderts das wirtschaftliche und soziale Leben in Poppenhausen gestalteten.
Das Dorf entwickelte sich ehemals aus dem Gehöft eines nicht weiter bekannten „Poppo“ (wahrscheinlich Abkürzung von Burghard). Die Nachkommen dieses „Poppo“ nannten sich dann „von Poppenhausen“. Urkundlich kam Poppenhausen im Jahre 1327 in den Besitz der Herren von Steinau-Steinrück. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang unter anderem die Namen Giso von Steinau und dessen Sohn Heinrich, der Poppenhausen zu seinem Stammsitz machte und das Adelsgeschlecht der von Steinau-Steinrücker gründete. In ihrem Siegel führten sie drei Räder mit zunächst sechs und später fünf Speichen. Worauf die Änderung zurückzuführen ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Die Herrschaft des Adelsgeschlechts derer von Steinau-Steinrück in Poppenhausen war gekennzeichnet durch zahlreiche Fehden und Kämpfe unter anderem auch mit dem Fuldaer Fürstabt. Heinrich baute den Ort, der in Schutt und Asche lag, wieder auf, durfte aber Poppenhausen nie zu einem festen Schloss machen. Nachdem im Jahr 1559 der letzte Herrscher Christoph das zeitliche segnete, gingen all seine Hinterlassenschaften an seine drei Schwäger und damit in anderen Besitz über, was das Ende der Herrschaft der Herren von Steinau-Steinrück bedeutete. Poppenhausen führte im Jahr 2004 schließlich die „Von-Steinrück-Medaille“ als Ehrenmedaille der Gemeinde ein. Damit verfügt die Gemeinde Poppenhausen über eine sinnhafte und wertige Ehrenmedaille, um besonderes herausragendes ehrenamtliches Engagement zu würdigen.
Ein eigens für das Fest eingerichteter Arbeitskreis, der aus zahlreichen interessierten und engagierten Mitgliedern der Gemeinde gebildet wurde, bereitet die Festtage vor und hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Ziel soll es sein, einen interessanten Ablaufplan zu erstellen und die Festtage mit einem bunten Programm zu füllen. Ein Ortsjubiläum schmückt sich gerne mit einem Logo und einem Motto. Logo und Motto haben die Aufgabe, die Außendarstellung des Ortsjubiläums und die Identität von Poppenhausen zu unterstützen und sollen möglichst authentisch sein. Aus mehreren Vorschlägen wurde das Logo ausgewählt, das aus dem Tourismuis-Logo mit Ergänzung der Zahl 850, des Gemeindewappens und des markanten ortsbildprägenden Kirchturms entwickelt wurde. Mit dem Motto „Tradition bewahren – Fortschritt leben“ wurde das Leitbild der prosperierenden Rhöngemeinde zusammengefasst: Sich einerseits zu den Wurzeln bekennen, die christlichen Werte und Tugenden achten und sich andererseits aufgeschlossen, modern, zukunftsorientiert und selbstbewusst nach vorne orientieren.
Nach den Poppenhausener Bildhauer-Tagen sind am Freitagabend die Weihe des neuen Marktplatzbrunnens und der Festkommers ein Höhepunkt. Der Samstag wird der Tag der Poppenhausener Bürger, an dem sich die örtlichen Vereine präsentieren, sich die Abordnungen der vier gleichnamigen Poppenhausen treffen und sich die Ortsmitte als Festmeile für die Musiknacht zeigen wird. Am Sonntag enden die Festtage mit einem Festgottesdienst und dem sich anschließenden vierten Rhöner Brot- und Biermarkt auf dem Marktplatz und den angrenzenden Gassen und Straßen. Wenn Poppenhausen auch auf eine lange Traditon und eine bewegte Geschichte zurückblicken kann, so ist für den Ort weniger das genaue Alter, sondern vielmehr seine Attraktivität und seine Zukunftsfähigkeit entscheidend. Poppenhausen ist laut Bürgermeister Manfred Helfrich gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Die Verantwortlichen der Gemeinde haben sich in den vergangenen Jahren angestrengt, in allen wichtigen Bereichen eine attraktive Infrastruktur zu erhalten bzw. neu zu entwickeln. Die überschaubare Kerngemeinde bietet eine funktionierende Nahversorgung, eine sehr gute ärztliche- und medizinische Versorgung sowie einer optimale Kinderbetreuung. Durch die bedarfsgerechte Ausweisung von Wohnbaugebieten wurde die Ansiedlung junger Familien gefördert und die behutsame Weiterentwicklung begünstigt. Die Ausweisung von zusätzlichen Gewerbeflächen bot die Voraussetzung für die Schaffung von wertvollen heimatnahen Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.
Poppenhausen ist den christlichen Werten verbunden, ist offen, modern, aktiv, lebendig und sympathisch. „Auch in Zukunft wollen wir unsere Chancen und Möglichkeiten nutzen, freuen uns über eine aktive Bürgerschaft, stehen für ein friedvolles Zusammenleben in guter Nachbarschaft und bemühen uns um gute Rahmenbedingungen für alle Generationen“, so Helfrich.
