„Welcome back home“ (Willkommen zurück zuhause) – mit diesen Worten begrüßte der Direktor der Point Alpha Stiftung Volker Rausch die extra aus Amerika angereisten ehemaligen Soldaten, die am Point Alpha stationiert waren. Die bis heute tiefe Verbundenheit zum einstigen Brennpunkt im Grenzgebiet zwischen der DDR und der BRD war den Amerikanern deutlich anzumerken. Der damalige im Point Alpha stationierte General Crow beschrieb Fulda und das Grenzgebiet bei Rasdorf nach wie vor als seine zweite Heimat. „Es ist mir eine Freude zu sehen, dass dieses schöne Land wiedervereinigt ist und die Menschen in großer Freiheit leben können“, so Crow. Einer Freiheit, die die deutsche Bevölkerung zu einem großen Teil den Amerikanern und ihrem militärischen Einsatz zu verdanken haben, wie die hessische Staatsministerin Lucia Puttrich unterstrich: „Es ist nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Kalte Krieg zu einem heißen geworden wäre. Mit großer Hilfe des amerikanischen Militärs konnte dies verhindert werden. Wir werden dem amerikanischen Volk und seiner Regierung niemals vergessen, dass ihr Ziel keine Vergeltung sondern der Aufbau war. Wir waren Freunde, wir sind Freunde und wir werden Freunde bleiben.“ Ebenso viel Dankbarkeit brachte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow den Amerikanern entgegen: „Danke dafür, dass der Ernstfall in der ‚Fulda Gap‘ nie eingetreten ist und wir seit der Grenzöffnung seit mittlerweile 25 Jahren friedlich leben können.“
Der amerikanische Botschafter John B. Emerson wollte am Jubiläumstag jedoch nicht nur in die deutsch-amerikanische Vergangenheit schauen. Er und auch der General der U.S. Landstreitkräfte in Europa Ben Hodges belichteten die enorme Wichtigkeit der gegenwärtigen Verbindung zwischen den beiden Staaten im Kampf gegen große Herausforderungen wie Ukraine-Konflikt, Terrorismus oder Klimaerwärmung. Laut Hodges sei die Nato in Kooperation mit einem starken Deutschland in der Lage, den gegenwärtigen Problemen entschlossen entgegenzutreten. „Die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zeit des Kalten Krieges war ein Meilenstein in der deutsch-amerikanischen Beziehung, die bis in die heutige Zeit von großer Bedeutung ist“, so Botschafter Emerson, der anfügt: „Die Gedenkstätte Point Alpha ist ein sichtbares und lebendiges Zeugnis für die Wichtigkeit der transatlantischen Beziehungen.“ Vizeadmiral Heinrich Lange, der die abwesende Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen vertrat, sprach von einer vielseitigen symbolischen Bedeutung: „Zuerst einmal ist Point Alpha für mich ein Ort der schmerzlichen Trennung, aber auch ein Symbol der dauerhaften freundschaftlichen Beziehung.“ Aus diesem Grund sei Point Alpha ein unerlässlicher Ort der Begegnung mit der deutschen Geschichte, wie Staatsministerin Puttrich erklärte: „Es ist wichtig, dass Veranstaltungen wie diese hier an einem der brisantesten Orte entlang des Eisernen Vorhang stattfinden. Ganz besonders freut es mich, dass auch viele Schülerinnen und Schüler gekommen sind, die die Zeit der Teilung nicht selbst erlebt haben. So geraten die geschichtlichen Ereignisse nicht in Vergessenheit.“
