Lokales 22.03.2014

Hünfelder Bahnhof in neuem Glanz – 16-Millionen-Euro-Projekt – Fotos

Hünfeld – Von Svenja Müller – 30 Jahre lang hatte sich Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel mit der Sanierung des Hünfelder Konrad-Zuse-Bahnhofs beschäftigt. Nun sind die Baumaßnahmen weitgehend abgeschlossen, sodass am Freitagmittag eine offizielle Einweihung des barrierefreien Bahnhofs mit neu gestalteter Unterführung und modernster Ausstattung folgte. Insgesamt werden rund 16,2 Millionen Euro investiert.

Hünfelds Bürgermeister Dr

Eberhard Fennel (Fotos: Svenja Müller)

Mit einem großen Strahlen im Gesicht begrüßte Fennel alle Gäste, unter denen neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft auch viele Hünfelder Bürger zu finden waren. Schließlich gab es auch eine kirchliche Segnung durch Pfarrer Peter Borta und Stefan Remmert, bevor die symbolische Übergabe des Bahnhofs erfolgte. Dazu gehört die Fertigstellung der Teilmaßnahme Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs mit dem Bau einer Geh- und Radwegeunterführung. Zudem verwies Fennel auf das eigentliche Bahnhofsgebäude: „Es wurde unter Einbindung der Denkmalpflege restauriert und erstrahlt im alten Bild von 1860. Eine Besonderheit stellt die freigelegte und restaurierte Kunststeinfassade dar.“ Nur ein paar Treppenstufen runter zur Unterführung erinnert eine Gedenktafel aus drei Bausteinen an den Bombenangriff auf den Hünfelder Bahnhof im Zweiten Weltkrieg, an den ursprünglichen Standort und an die Opfer der sogenannten Todesmärsche. Der Hünfelder Geschäftsmann Ulrich Hodes hatte die Tafeln gemeinsam mit der VR Bank NordRhön und der Sparkasse Hünfeld finanziert. Ein wahrlich tolles Bild ergibt sich beim Gang durch die Zuse-Galerie, die als Unterführung zu den verschiedenen Gleisen dient und mit verschiedenen Bildwerken der Hünfelder Geschichte und Konrad Zuse geschmückt ist. Gemeinsam begaben sich die Gäste auf einen Rundgang, um die neuen Gleise unter die Lupe zu nehmen. „Besonders hinweisen möchte ich noch auf die Graffitigestaltungen in Anlehnung an Zuse-Motive“, hob Fennel die gesamte künstlerische Gestaltung des Bahnhofs hervor.

Nachdem die neuen Bahnsteige und die Unterführung bei einem Rundgang ausgiebig besichtigt wurden, folgte eine Einweihungsfeier im Alten Lokschuppen. Dort gab Fennel nochmal ausreichend Hinweise zu dem Projekt.  „Es gab einen langen Weg. Insgesamt dauerte er fast 30 Jahre“, wusste Fennel, der auf einen ersten Aktenvermerk in 1985 verwies. Gerade deshalb sei er mehr als stolz den Tag der Einweihung noch als Bürgermeister zu erleben, bevor er am 31. März offiziell aus dem Amt ausscheidet. „Abgesehen von Restarbeiten und Ergänzungsmaßnahmen dürfen wir uns, nach über 150 Jahren, über eine grundhafte Sanierung und zukunftsorientierte Modernisierung unseres Bahnhofs freuen“, betonte Fennel, der auch eine optimale Finanzierung sicherstellen konnte. Momentan wurden bereits 13,2 Millionen Euro investiert. Nun gebe es noch kleinere Projekte, wie beispielsweise ein neuer ZOB und eine neue Parkplatzanlage südlich des Güterschuppens zu verwirklichen. „Dies ist ein Tag, der mich mit größter Freude und Dankbarkeit erfüllt“, dankte Fennel allen Mitstreitern.

Auch Susanne Kosinsky, Leiterin Regionalbereich Mitte, DB Station und Service, blickte nochmal auf den planungstechnischen Weg zurück. „Von diesem Bahnhof aus können die Bürger barrierefrei in die Welt starten“, so Kosinsky, die mehr als begeistert von dem Bahnhof ist: „Das Gesamtwerk macht den Bahnhof zu einem Juwel. Er ist einer der Schönsten in Hessen.“ Einig über die lobenswerte Arbeit Fennels waren sich auch Bernhard Maßberg, Ministerialdirigent und Abteilungsleiter Mobilität, Luftverkehr, Eisenbahnwesen, Landrat Bernd Woide und RMV-Geschäftsführer Klaus-Peter Güttler. „Ein solcher Bahnhof hat keinen Selbstzweck. Er hat einen Nutzen“, wusste Woide, der dieses Bauwerk vor allem den Verdienst von Fennel nannte: „Sie persönlich mussten sehr dicke Gleise zusammenführen.“ Dabei stellte Woide auch die Bedeutung von Mobilität, insbesondere im ländlichen Raum, heraus. Musikalisch umrahmt wurde die Einweihung von der Stadtkapelle Hünfeld unter der Leitung von Amand Glotzbach.