Lokales 25.02.2014

Proteste von Atomkraftgegnern – Verhandlung vertagt

Fulda (fs) – Plakate, Anti-Atomkraft-Parolen mit Kreide auf den Boden geschrieben und Aktivisten auf Bäumen: Schon bevor am Dienstagmorgen am Amtsgericht Fulda die Verhandlung gegen zwei Angeklagte begann, die im November 2011 in der Gemarkung Marbach aus Bäumen mit Farbbeuteln auf einen Castortransportzug geworfen haben sollen, war vor dem Gebäude einiges los. Letztlich wurde die Verhandlung vertagt.

Fotos: Hannah Günther

Die 32-Jährige aus Lüneburg und der 27-Jährige aus Reiskirchen sollen in der Nacht vom 25. auf den 26. November 2011 in der Gemarkung Marbach auf neben der Bahnstrecke Fulda-Bebra stehende Bäume geklettert und von dort aus mit Lachfarbe gefüllte Beutel auf einen vorbeifahrenden Castortransportzug geworfen haben. Der vom Angeklagten geworfene Farbbeutel habe einen Turmverbrennungstriebwagen der Deutschen Bahn getroffen, der Wurf der 32-Jährigen den Castortransportzug. Daraufhin seien Reinigungskosten in Höhe von 1563 Euro entstanden. Um auf den Prozess aufmerksam zu machen, fand schon im Vorfeld vor dem Amtsgericht eine Mahnwache statt, die von zehn Polizeibeamten abgesichert wurde, aber auch in der Innenstadt waren die Aktivisten unterwegs.

Die beiden Angeklagten und die insgesamt vier Verteidiger lasen mehrseitige Rügen und Kritiken an den Verfahrensbeteiligten vor: Unter anderem bezweifelte die 32-Jährige die tatsächliche Höhe des Schadens  und warf dem Staatsanwalt Befangenheit vor. Der Verteidiger der Lüneburgerin monierte, dass er vor Verhandlungsbeginn keine vollständige Akteneinsicht gehabt habe. Daraufhin vertagte Richter Ulrich Hahn die Verhandlung auf ein unbekanntes Datum.