Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Keine zwei Minuten waren gespielt, da spielte der TSV-Linksverteidiger David Bettendorf auf seiner angestammten Seite zwei Gegenspieler aus und drang in den Strafraum ein. Aus halblinker Position nagelte er den Ball unerreichbar für KSV-Keeper Tobias Schlöffel in den rechten Torwinkel. In der Folgezeit hätten die Gastgeber durchaus erhöhen können, Peter John knallte den Ball an die Latte (17.) und zuvor lief bereits Pierre Mistretta allein auf Schlöffel zu, schob den Ball aber am Tor vorbei. Vor der Halbzeit hatten die Löwen dann ihre beste Phase: Der frühere Fuldaer Rene Ochs schoss eine Ecke direkt an die Latte und hatte Pech, dass der Ball nicht reinfiel. Bei einer Doppelchance hatte Sebastian Gundelach kein Glück, als sein Schuss aus kurzer Distanz auf der Linie geklärt werden konnte. „Irgendein Fuß war immer dazwischen“, bedauerte Sven Hoffmeister. Der Co-Trainer des Regionalligateams vertrat Mirko Dickhaut. Dickhaut saß im Rahmen seiner Trainer-Ausbildung beim Zweitligaspiel des VFL Bochum auf der Bank.
In der zweiten Halbzeit erhöhte der erst eingewechselte TSV-Goalgetter Stanislav Szilagyi auf 2:0: „Wieder ein frühes Gegentor“, ärgerte sich Hoffmeister, der von seiner Mannschaft ein gutes Spiel sah: „Das fußballerisch bessere Team hat heute verloren.“ Szilagyi war das egal, der erhöhte auf 3:0, ließ sich auch vom Anschlusstreffer Gundelachs nicht beirren und blieb auch ein drittes Mal eiskalt vor Schlöffel und entschied das Spiel quasi im Alleingang. Gundelach traf vom Elfmeterpunkt – Ochs war von TSV-Keeper David Schwarz von den Beinen geholt worden.
Beide Trainer waren sich nach dem Spiel einig, dass das Spiel auf einem ganz hohen Niveau stand und die Nordhessen das fußballerisch bessere Team war: „Das war ja auch nicht Hessen Kassel II, da waren ja auch fünf, sechs Spieler dabei, die letztes Jahr noch Regionalliga gespielt haben“, erklärte TSV-Coach Henry Lesser, wusste aber auch, warum sein Team verdient gewonnen hat: „Weil wir uns einfach mehr Chancen herausgespielt haben. Das waren ja neun, zehn Hochkaräter.“
Lehnerz: Schwarz - Schäfer, Scholz, Kress, Bettendorf - Lesser, Steudter, Schaaf, Lofink (46. Wollny) - Mistretta (82. Wolf), John (37. Szilagyi).
Kassel II: Schlöffel – Gundelach, Wörner, Senghore, Cichy (56. Osmanoglu) – Riske, Mobarak – Ochs, Weingarten, Meuser (76. Drizis) – Gül.
Schiedsrichter: Martin Wiatrek (Witzenhausen)
Tore: 1:0 David Bettendorf (2.), 2:0 Stanislav Szilagyi (56.), 3:0 Stanislav Szilagyi (65.), 3:1 Sebastian Gundelach (69., Foulelfmeter), 4:1 Stanislav Szilagyi (77.)
Zuschauer: 250.
