Ausbildungsmesse an der ESS – Vielseitiges Angebot – Fotos

Foto: Justin Klenner

Fulda – Von Justin Klenner – Automobilverkäufer, Zahntechniker oder doch Bäcker – diese und viele weitere Berufe wurden auf der ersten Ausbildungsmesse der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda in der Eduard-Stieler-Schule (ESS) vorgestellt. Am Donnerstag hatten etwa 400 Schülerinnen und Schüler der ESS sowie der Richard-Müller-Schule die Möglichkeit, mit 13 Unternehmen aus der Region in Kontakt zu treten und Brücken für ein Vorstellungsgespräch oder Praktikum zu bauen.

Zum ersten Mal war die Agentur für Arbeit an der Eduard-Stieler-Schule zu Gast und bot Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) die Möglichkeit, Firmen und deren Ausbildungsberufe kennenzulernen. „Die Ausbildungsmesse bietet Chancen, den Kontakt zwischen Schülern und Unternehmen aufzubauen“, erklärte Arbeitsagentur-Geschäftsführer Karsten Hesse. Dabei war die Messe in den schulischen Alltag eingebaut. In den jeweiligen Klassen besuchten die rund 400 Schülerinnen und Schüler über den ganzen Tag verteilt die Ausbildungsstellenbörse. „Das nimmt die Hemmschwelle“, erklärte ESS-Oberstudiendirektorin Isabel Herbert. Damit hatten die Schüler nicht nur genügend Zeit, sondern auch einen angenehmen Rahmen, um den Erstkontakt mit den insgesamt 13 Unternehmen herzustellen und zahlreiche Fragen zu den rund 40 Ausbildungsberufen zu stellen. Dazu hat sich die Arbeitsagentur ein neues Konzept überlegt: Im Vorfeld hatten die Schülerinnen und Schüler ein Kurzprofil von sich erstellt. In den Gesprächen entschieden Unternehmen und Schüler anschließend, ob es zwischen den Parteien passte. War dies der Fall, erhielten die potenziellen neuen Auszubildenden einen Terminvorschlag für ein Vorstellungsgespräch oder ein Praktikum. „Das schafft einfach mehr Verbindlichkeit“, erklärte Michael Mück, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit.

Das Thema Ausbildung rückt immer mehr in den Fokus der Arbeitsagentur. Trotz einer hohen Ausbildungsbereitschaft werden die Ausbildungsangebote immer weniger genutzt. „Praktika bieten da eine gute Brücke. Man erlebt, was man im Unternehmen alles macht, und baut so die Schnittstellen weiter aus“, erklärte Karsten Hesse. Für den Geschäftsführer sei es besonders wichtig, dass Betriebe in der Region ausbilden. Auch wenn die Region Bad Hersfeld-Fulda im direkten Vergleich noch gut abschneide, gingen die Zahlen immer weiter zurück. Etwa zwei Drittel der Arbeitssuchenden haben keine Ausbildung – das erschwere den Wiedereinstieg enorm. Auch Oberstudiendirektorin Herbert sieht eine Veränderung bei der Ausbildungsbereitschaft einiger Schüler. „Die Tendenz geht dahin, direkt in Arbeitsverhältnisse ohne Ausbildung zu gehen“, sagte sie. Dabei spiele besonders das schnelle Geld eine entscheidende Rolle. „Mitte 20 merken viele dann, dass sie für höhere Aufgaben aufgrund fehlender Ausbildung nicht qualifiziert sind“, warnte die Oberstudiendirektorin. Dem konnte sich Hesse nur anschließen: „Eine Ausbildung ist das Fundament, um aufzusteigen. Durch veränderte Lebensumstände ist es sehr herausfordernd, sie später nachzuholen.“

Ausbildungsmesse der Agentur für Arbeit. Fotos: Justin Klenner

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