Wirtschaft trifft Bildung: Talk über beruflichen Aufstieg

Fotos: Silas Messing

Fulda (sim) – Aufstieg beginnt nicht mit einem Titel, sondern mit Anerkennung. Genau das wurde beim Talk „Wirtschaft trifft Bildung“ deutlich, der im Rahmen der Bildungsmesse Fulda im Kaufhaus Karl stattfand. Mit auf der Bühne: Staatssekretär Umut Sönmez, Landrat Bernd Woide, Fuldas Bürgermeister Dag Wehner und Denise Otto, Leiterin des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK Fulda.

Im Austausch mit Vertretern aus Handwerk und Wirtschaft sowie jungen Menschen, die bereits erste Schritte auf ihrem beruflichen Weg gegangen sind, stand die hessische Aufstiegsprämie im Zentrum des Austauschs – eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 3500 Euro für Absolventen von Meister- oder vergleichbaren Fortbildungen. Doch der Samstagvormittag war weit mehr als die Vorstellung eines Förderprogramms. Er war ein lebendiger Dialog zwischen politischer Strategie, persönlicher Erfahrung und klaren Forderungen aus der Praxis.

Moderiert von Denise Otto wurde die Gesprächsrunde schnell zu einem praxisnahen, greifbaren Austausch. Staatssekretär Sönmez vertrat das Hessische Wirtschaftsministerium und machte unmissverständlich deutlich, dass es bei der Aufstiegsprämie nicht nur um finanzielle Entlastung gehe, sondern auch um die überfällige Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung. Seine Ausführungen zielten auf den strukturellen Wandel in der Bildungslandschaft – und darauf, dass beruflicher Aufstieg unabhängig von Herkunft und Schulform möglich sein müsse. Mit seiner Aussage, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland maßgeblich davon abhänge, was Menschen können – nicht, was auf ihren Abschlüssen steht – traf er einen Ton, der bei vielen im Publikum Anklang fand. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in Deutschland nur dann erfolgreich bleiben, wenn wir alle Bildungswege gleich ernst nehmen – und gleich fördern“, so Sönmez weiter.

Landrat Woide griff diesen Gedanken auf und würdigte die Bildungsmesse als wichtigen Ort, an dem junge Menschen Orientierung finden. Gleichzeitig lobte er die Initiative des Landes zur Einführung der Prämie als „richtiges und wichtiges Signal“ für lebenslanges Lernen. Fuldas Bürgermeister Dag Wehner stellte die Bedeutung des Veranstaltungsorts in den Mittelpunkt und betonte, wie eng Stadtentwicklung, Bildung und Wirtschaft zusammengedacht werden müssen. „Wo könnte es einen schöneren Platz geben, um über Zukunft zu sprechen, als hier – mitten in unserer Stadt und mitten im Leben“, sagte Wehner in seinem Grußwort.

Besonders eindrücklich war der Auftritt von Mika Kalkofen, 24 Jahre alt und Kfz-Meister aus Fulda. In seiner sachlichen und klaren Art schilderte er, wie er durch die Kreis-Handwerkerschaft auf die Prämie aufmerksam wurde, den Antrag stellte und schließlich gefördert wurde. „Also der Weg zu der Aufstiegsprämie, das war total easy“, sagte er – ein Satz, der den oft befürchteten Bürokratieaufwand auf sympathische Weise entkräftete. Kalkofens Erfahrung machte deutlich, dass Förderung dort ankommen kann, wo sie gebraucht wird – wenn sie niedrigschwellig und transparent gestaltet ist. Sein Beispiel zeigte außerdem, dass junge Handwerker nicht auf eine akademische Laufbahn schielen müssen, um selbstständig, erfolgreich und anerkannt zu sein.

Während der Gesprächsrunde wurde auch die neue Kampagne #dahinterstecktWirtschaft vorgestellt. Sie rückt ins Blickfeld, wie stark wirtschaftliche Prozesse in allen Lebensbereichen wirken – in Pflege, Bildung, Kultur, Ehrenamt oder Mobilität – und wie wichtig beruflich qualifizierte Menschen für das Funktionieren dieser Bereiche sind. Damit knüpfte sie direkt an die Inhalte des Talks an: Wirtschaft ist nicht abstrakt – sie beginnt bei den Menschen, die ihre Berufe mit Engagement, Know-how und Verantwortung ausüben.

Was auf der Bühne begann, setzte sich nach dem offiziellen Teil in persönlichen Gesprächen fort. Zwischen Ständen, auf dem Weg zum nächsten Termin oder im Austausch mit politischen Vertretern wurde weiterdiskutiert – über Herausforderungen, aber auch über Möglichkeiten. Der Talk zur Aufstiegsprämie war kein reines Informationsformat, er machte deutlich, wie ernst Politik und Wirtschaft das Thema beruflicher Bildung inzwischen nehmen. Wer dabei war, nahm mehr mit als nur Fakten: nämlich das Gefühl, dass Aufstieg heute nicht von oben gesteuert wird, sondern von unten getragen – mit echter Unterstützung und einem offenen Ohr für die, die ihn gehen wollen.

Talk auf der Bildungsmesse. Fotos: Silas Messing.

WERBUNG