Ausbildungsleiterin Verena Leinweber-Schlitzer machte deutlich: „Für uns steht Qualität über Quantität. Jeder, der heute hier war, konnte echte Eindrücke mitnehmen – und das zählt.“ Während geführter Rundgänge durch das Gebäude lernten die Gäste unterschiedlichste Aufgabenbereiche kennen – weit über die klassische Bearbeitung von Steuererklärungen hinaus. Ob Betriebsprüfung, Lohnsteuer-Außenprüfung, Vollstreckung oder Personalwesen: Die vielfältigen Tätigkeiten überraschten viele Besucher. Besonders erfreulich: Das Bild vom „verstaubten Amt“ wurde nachhaltig korrigiert. Statt grauer Theorie erwartete die Interessierten ein junges, motiviertes Team, das offen über Ausbildung, Studienwege und Berufsalltag sprach.
Finanzamtsleiter Thomas Hesse zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung: „Unsere Mitarbeiter haben in persönlichen Gesprächen umfassend über die verschiedenen Tätigkeiten informiert – von der ersten Bewerbung bis zum möglichen Karriereweg. Viele Gäste waren überrascht, wie abwechslungsreich und relevant die Arbeit im Finanzamt tatsächlich ist.“ Auch das duale Studium – mit Theoriephasen an der Hochschule in Rotenburg an der Fulda und Praxisphasen im Amt – wurde ausführlich vorgestellt. Derzeit arbeiten rund 569 Personen, darunter zahlreiche Auszubildende, am Finanzamt Fulda. Begleitprogramme, Arbeitsgemeinschaften und kollegiale Unterstützung sorgen dabei für einen strukturierten Einstieg in den Beruf.
Trotz aller Offenheit und Transparenz wurde auch die herausfordernde Realität des Behördenalltags nicht ausgespart, zum Beispiel verbale Angriffe. Viele Mitarbeitende fordern mehr gesellschaftliches Verständnis für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit – mit Angeboten wie dem Karrieretag sollen Berührungsängste abgebaut werden. Es war ein Blick hinter die Kulissen einer wichtigen, oft unterschätzten Behörde. Oder wie es Thomas Hesse formulierte: „Wir haben heute gezeigt, dass Steuerverwaltung kein anonymer Verwaltungsapparat ist, sondern ein moderner Arbeitgeber mit Verantwortung – und mit Perspektiven für die Zukunft.“
