Bildungsmesse Fulda im Karl eröffnet – Über 147 Aussteller

Fotos: Christine Görlich.

Fulda (sim) – Drei Etagen, drei Tage, über 147 Aussteller: Am Donnerstagmorgen wurde im Konzepthaus Kaufhaus Karl am Universitätsplatz die Bildungsmesse Fulda 2025 offiziell eröffnet. Ab dem Start strömten zahlreiche Schüler, Lehrer sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung durch die Türen. Auf mehreren Ebenen des ehemaligen Kerber-Gebäudes sowie auf dem angrenzenden Universitätsplatz präsentieren sich bis einschließlich Samstag Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen aus sämtlichen Branchen – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Gesundheitskonzern (update).

Ob Handwerk, Einzelhandel, Pflege, Verwaltung, Logistik oder Studium – die beruflichen Möglichkeiten für junge Menschen nach dem Schulabschluss sind breit gefächert. Die Bildungsmesse will Orientierung bieten, direkte Gespräche ermöglichen und junge Talente mit passenden Ausbildungswegen zusammenbringen. Dabei steht vor allem der persönliche Kontakt im Vordergrund – gerade in einer Zeit, in der viele Unternehmen händeringend Nachwuchs suchen. Schätzungen zufolge könnten im Landkreis Fulda bis zum Jahr 2030 über 11.000 Fachkräfte fehlen, sagte Dr. Christian Gebhardt, Präsident der IHK Fulda. Mit klarem Fokus auf duale Ausbildung, praxisnahe Einblicke und individuelle Karrierewege setzt die Messe ein starkes Zeichen für die Zukunft der Region.

 

Fachkräftemangel, Wandel, Chancen: Messe als Antwort auf regionale Herausforderungen

Eröffnet wurde die Bildungsmesse Gebhardt. Gemeinsam mit Landrat Bernd Woide, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister Christoph Abel richtete er den Blick auf die drängenden Themen der Region. Im Zentrum stand der anhaltende Mangel an Fachkräften – besonders in den Bereichen Handwerk, Pflege, Logistik und Unternehmensführung. „Die Bildungsmesse ist keine gewöhnliche Jobbörse“, betonte Gebhardt in seiner Eröffnungsrede: „Sie ist eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Motivation – und legt den Grundstein für viele berufliche Karrieren.“ Die duale Ausbildung spiele dabei eine Schlüsselrolle, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Sie vermittle Kompetenzen, schaffe Perspektiven – und sei ein aktives Mittel gegen die Folgen des demografischen Wandels.

 

Persönliche Gespräche im Mittelpunkt

Das persönliche Begegnungen durch nichts zu ersetzen sind, wurde in allen Eröffnungsreden deutlich. „Digitale Angebote haben ihre Berechtigung, aber nichts ersetzt das Gespräch von Mensch zu Mensch“, sagte Landrat Woide. Oberbürgermeister Wingenfeld nannte die Messe einen „Ort der Chancen“, an dem Mut gemacht wird, individuelle Wege zu gehen: „Wer an seine Talente glaubt und sich beraten lässt, wird auch den passenden Weg finden.“ Auch Christoph Abel von der Kreishandwerkerschaft zeigte sich optimistisch: „Die Region Fulda hat das Potenzial, dem Fachkräftemangel mit Stärke und Kooperation zu begegnen.“ Besonders stolz ist die Kreishandwerkerschaft auf das mobile Informationsmodul „Handwerk on the Road“, das auf dem Uniplatz anschaulich zeigt, wie vielfältig moderne Handwerksberufe heute sind – von CNC-Technik bis Softwareeinsatz.

 

Breites Angebot von Pflege bis Public Management

Das Angebot auf der Messe ist breit gefächert: Ausbildungsberufe im Handwerk, in der Pflege, im kaufmännischen Bereich, in der Verwaltung oder Industrie – viele Unternehmen bringen neben Infomaterial auch ihre aktuellen Azubis mit, die aus erster Hand berichten. Auch duale Studiengänge sowie Möglichkeiten im öffentlichen Dienst werden vorgestellt, etwa durch die Stadt Fulda mit zehn Ausbildungsberufen und sieben Studiengängen. Große Arbeitgeber wie das Klinikum Fulda, die Sparkasse Fulda, das Deutsche Rote Kreuz oder verschiedene Pflegeeinrichtungen und Logistikunternehmen nutzen die Gelegenheit, um mit potenziellen Bewerbern ins Gespräch zu kommen.

 

Berufsalltag zum Anfassen: So erleben Aussteller die Messe

Markus Otto vom DRK Fulda betonte die Bedeutung des persönlichen Kontakts: „Wer mit unseren Azubis spricht, bekommt ein ehrliches Bild vom Arbeitsalltag – das ist oft mehr wert als jeder Flyer.“ Das DRK bietet unter anderem Pflegeausbildungen, kaufmännische Berufe und duale Studiengänge an. Michael Wilhelm aus dem Vorstand des Klinikums Fulda bezeichnete das Haus als „interdisziplinären Lernort“ mit über 20 Ausbildungsberufen. Ob OP, Pflege, Technik oder Küche – die Vielfalt biete jungen Menschen viele Einstiegsmöglichkeiten in die Gesundheitsbranche. Tanja Sorg-Völler von der Sparkasse Fulda berichtete, dass viele Bewerbungen mit dem Satz beginnen: „Ich habe Sie auf der Bildungsmesse kennengelernt.“ Die Messe sei für die Sparkasse ein klarer Baustein in der Nachwuchsgewinnung. Christoph Abel stellte zudem das Ausbildungsmobil der Kreishandwerkerschaft vor, das deutlich macht, dass Handwerk heute nicht mehr nur Hammer und Nägel bedeutet, sondern Hightech, Digitalisierung und Kreativität.

 

Exklusivtage, Fragespiele und Ausbildungsbotschafter

An den ersten beiden Messetagen finden Exklusivtage für Schulen statt. Etwa 4000 Schüler aus Stadt und Landkreis Fulda haben sich angemeldet. Insgesamt werden rund 10.000 Besucher erwartet. Ein besonderes Format sind die sogenannten Ausbildungsbotschafter, die im Vorfeld Schulen besucht und von ihrem Berufsalltag erzählt haben – authentisch, auf Augenhöhe und oft mit einem Augenzwinkern. Kreative Fragespiele, Rollenspiele und vorbereitete Interviews helfen beim Einstieg ins Gespräch. „Nicht jeder traut sich, gleich mit einem Personalverantwortlichen zu reden. Solche Formate senken die Hemmschwelle“, so Denise Otto von der IHK Fulda.

 

Blick nach vorn: Bildungsmesse als Schaufenster der Region

Für die Veranstalter ist die Messe nicht nur ein jährliches Highlight, sondern auch ein Gradmesser für das regionale Ausbildungs- und Karrieresystem. „Wir möchten jungen Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen – und zeigen, dass es dafür viele Türen in der Region gibt“, so Gebhardt. Die Messe ist außerdem eine Generalprobe für den kommenden Hessentag, der 2026 in Fulda stattfinden wird. Geöffnet ist die Bildungsmesse Fulda noch bis Samstag – am Donnerstag und Freitag jeweils von 8 bis 14 Uhr, am Samstag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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