„Insgesamt haben wir in unserer Region einen sehr guten Ausbildungsmarkt“, sagte Dengler im Anschluss an die Ausbildungsmarktkonferenz. Im Landkreis Fulda sind im März 1150 Bewerber gemeldet, das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahr und etwa so viele wie in den Jahren vor Corona. Auf der anderen Seite gibt es Allerdings einen Rückgang der derzeit gemeldeten Ausbildungsstellen um elf Prozent. Derzeit sind 1710 offene Stellen gemeldet und damit sogar noch weniger als mitten in der Coronapandemie 2021 (1789). „Es kann sein, das einzelne Betriebe ihre Stellen noch nicht gemeldet haben“, nannte Dengler einen möglichen Grund. Ein weiterer sei, dass nicht alle Firmen jedes Jahr ausbilden. Denise Otto, Leiterin des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK Fulda, führte darüber hinaus die allgemeine wirtschaftliche Lage an, in der sich der Fokus der Betriebe darauf richte, überhaupt am Markt zu bestehen. „Der Betreuungsbedarf ist heute oft höher“, berichtete sie und so sei es zum Teil auch eine Zeitfrage, ob sich ein Betrieb das leisten könne oder die Arbeitskraft des Ausbilders selbst benötige. Der Rückgang der Ausbildungsbereitschaft sei verständlich, aber eigentlich falsch.
Das sahen auch Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Fulda, und Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer so. „Der Fachkräftemangel ist da und wird sich verstärken. Genügend Ausbildungsplätze bereitstellen zu können, ist die nächste große Herausforderung“, sagte Leipold. Krämer freute sich aber, dass die Zahlen im Handwerk in den vergangenen Jahren relativ stabil seien. Ulrich Nesemann, Leiter Fachbereich Bildung, Jugend, Familie und Sport beim Landkreis Fulda, mahnte: „Wir müssen die Lage aber im Auge behalten, damit es nicht dauerhaft nach unten geht.“ Mit Blick auf die steigenden Bewerberzahlen sagte Nesemann: „Es ist sehr erfreulich, dass die vielen Bemühungen der letzten Jahre wohl ein bisschen Früchte tragen.“
Insgesamt gibt es in der Region Fulda im Bereich Ausbildung weiter einen Bewerbermarkt. Die Vielfalt der Möglichkeiten könne für die Ausbildungssuchenden aber auch eine Herausforderung sei, sagte Dengler. Die Arbeitsagentur unterstütze bei der Orientierung. Mit 536 Realschulabsolventen machen diese aktuell gut die Hälfte (51 Prozent) der Ausbildungssuchenden aus. 348 Bewerber haben einen Hauptschulabschluss, 137 (Fach-)Hochschulreife und 26 sind ohne Schulabschluss. Bei den Bewerbern besonders gefragt sind Berufe wie Kfz-Mechatroniker/-in, Kaufmann/-frau, Medizinische/-r Fachangestellte/-r und Verkäufer/-in. Dabei gibt es in einigen, aber nicht allen Bereichen Überschneidungen mit den Top-Ten der angebotenen Berufe. Dort liegt Kaufmann/-frau Büromanagement ganz vorne vor Verkäufer/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Industriekaufmann/-frau und Industriemechaniker/-in.
