Laut dem Jahresbericht 2021 zum Thema Sportförderung und Sportstättenentwicklung der Stadt Fulda ist bei den Mitgliederzahlen der städtischen Sportvereine ein Rückgang zu verzeichnen. So waren in 2020 25.260 Menschen in den städtischen Sportvereinen aktiv, 2021 waren es schon knapp 700 weniger.
Diese Entwicklung spürt auch Stefan Tümmers, erster Vorsitzender vom FT 1848 Fulda. „Es gab einige Mitglieder, die aufgehört haben. Besonders im Bereich der Jugendarbeit war es während der Pandemie schwer“, sagte Tümmers. Insgesamt seien zwei Jahrgänge von der Pandemie betroffen die den regulären Vereinsbetrieb nicht hatten. „Das hatte unter anderem Auswirkungen auf die sportliche Lernfähigkeit. Daher wird nun daran gearbeitet, Defizite aufzufangen“, sagt Tümmers. Die Trainer seien sehr bemüht, die Jugendlichen bei der Stange zu halten und weiterhin zu motivieren.
Inwiefern die Pandemie Spuren hinterlassen hat, sei von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich. Während sich der Wettkampfbetrieb noch etwas schwierig gestalte, laufe es beispielsweise im Fußball wieder gut an. „Für die Spiele sind beispielsweise auch die Beschränkungen für die Zuschauer weggefallen und auch das Training läuft ganz normal ab“, sagt der Vorsitzende. Aktuell gebe es jedoch auch immer wieder Ausfälle aufgrund von positiven Testungen. „Im Handball ist es so, dass es die Möglichkeit gibt, die Spiele zu verlegen. Dadurch zieht sich aber eine Saison“, sagt Tümmers. Er könne die aktuelle Entwicklung schwer einschätzen. „Einerseits spüren wir die Folgen, andererseits kommen auch wieder neue motivierte Mitglieder hinzu. Das freut uns natürlich“, so Tümmers. Unter anderem engagiere sich der Verein auch in der Arbeit mit Geflüchteten und bietet den Jugendlichen und Erwachsenen einen Einstieg in den Verein.
Noch alle Mitglieder mit an Bord hat die Tanzsportgemeinschaft TSG Künzell. „Wir können mit Stolz sagen, dass alle Mitglieder bei uns geblieben sind“, freut sich Paula Mainusch, Zuständige für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Während der Pandemie hat der Verein versucht, mit Online-Stunden das Training aufrecht zu erhalten. Den Fokus legten die Trainer und Trainerinnen dabei auf Kraft- und Ausdauer. „Choreografien waren schwierig. Aber die regelmäßigen Treffen haben dennoch Spaß gemacht und alle waren motiviert dabei“, sagt Mainusch. Nach und nach sei in den vergangenen Monaten auch das Training in Präsenz wieder möglich gewesen, auch an einigen Wettkämpfen konnten die Tänzerinnen und Tänzer wieder teilnehmen. „Auf den Turnieren in Deutschland gilt weiterhin Test- und Maskenpflicht und wir testen und aktuell vor jedem Training“, so Mainusch. Ein besonderes Highlight, an dem der komplette Verein teilgenommen hat, war die Europameisterschaft in den Niederlanden. „Hier ist es eigentlich Pflicht, das alle mitkommen und es fühlt sich ein bisschen wie ein Mini-Urlaub an“, so die Pressesprecherin. Das komme vor allem dem Teambuilding zugute, welches in den vergangenen Jahren auf der Strecke bleiben musste. „Wir freuen uns, dass wir nun wieder richtig loslegen können und haben ganz viele motivierte Mitglieder, die genauso Bock haben“, betont Mainusch.
Weniger sportlich, aber dafür musikalisch geht es beim Musikverein Mittelrode zu. Dieser blickt auf Hoch und Tiefs während der Pandemie zurück. „2020 konnten wir anfangs überhaupt nicht Proben. Im Sommer sind wir auf Outdoor-Proben umgestiegen. Zum Herbst verschlechterte sich die Situation jedoch wieder“, sagt Markus Günther, Zuständiger für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Das Wiederholte sich auch in 2021. „Wobei der Sommer 2021 schon etwas normaler war und wir einige Auftritte hatten“, sagt Günther. Trotz der Herausforderungen seien alle 30 Mitglieder am Ball geblieben. Um weiterhin in Präsenz Proben zu können, bewarb sich der Verein um eine Förderung des Bundesmusikverband Chor & Orchester. „Dafür mussten wir ein Konzept erarbeiten, wie wir während der Pandemie das Vereinsleben aufrechterhalten können“, so Günther. Die Idee war, dass die Truppe in vier Ensembles geteilt wurde. „Wir haben die Förderung bekommen und konnten somit unsere Proben in den kleinen Gruppen fortsetzen. Unter anderem konnten wir von dem Geld auch Luftreiniger besorgen“, so Günther. Aktuell kann die Gruppe nun wieder ohne Einschränkungen proben. Zudem kämen auch wieder vermehrt Auftrittsanfragen rein. „Der Sommer wird bestimmt wieder gut. Wir müssen nur abwarten, wie es im Herbst wird“, sagt Günther.
