Lokales 24.05.2018

„Mehr Ehrenamt an Schulen“ – Fachtag in Fuldaer Feuerwache

Fulda – Von Lea Hohmann – Kooperation, Begeisterung und ehrenamtliches Engagement - wie ganztägig arbeitende Schulen Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Sportvereinen die Möglichkeit bieten können, mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, wurde am Mittwochnachmittag in der Fuldaer Feuerwache gezeigt. Besonders der Wert des Ehrenamts stand dabei im Fokus.

von links: Matthias Schmidt (Hess. Ministerum des Innern und für Sport - HMdIS), Bernd Gottschalk (stv. Leiter Feuerwehr Fulda), Madeleine Vogt (DRK Fulda), Sebastian Poser (HMdIS), Sabine Stuhlmann (Serviceagentur "ganztägug lernen"), Oliver Palme (Referatsleiter Breiten- und Leistungssport, Gesundheitssport HMdIS), Gunnar Milberg (Ministerialdirigent HMdIS), Adrian Vogler (Kreisbrandinspektor Fulda), Cornelia Lehr (stv. Referatsleiterin Hess. Kultusministerium), Helmut Sämann (ehem. Schulleiter Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Fulda) und Michael Grau (Projektkoordinator HMdIS). Foto: Lea Hohmann

Zahlreiche Akteure aus Ganztagsschulen, Entscheidungsträger aus den Bereichen Feuerwehr, Hilfsorganisation und Sport sowie Schulleiter und Lehrer waren gekommen, um sich auszutauschen. „Bereits in den Kinderzimmern spielen die Kleinen mit Feuerwehrautos oder schauen den bekannten Feuerwehrmann Sam – was können wir tun, um dieses Wissen zu erhalten oder neu zu erwecken?“, fragte sich Bernd Gottschalk, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Fulda: „Ganztagsschulen, wie wir sie heute vorfinden, eröffnen ganz neue Möglichkeiten, Feuerwehr in die Schulen zu bringen.“ Gottschalk sieht die Chance darin, junge Menschen in Schulen für eine Mitgliedschaft zu begeistern. Auch Gunnar Milberg sieht im Ehrenamt das „Rückgrat der Gesellschaft“. „Wir sollten den ehrenamtlichen Dienst nicht als etwas Selbstverständliches ansehen. Eine ehrenamtliche Tätigkeit vermittelt so viele Werte und Kompetenzen für die persönliche Entwicklung“, betonte der Ministerialdirigent des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport: „Jedes Ehrenamt fordert Engagement und verdient Respekt und Anerkennung. Es lohnt sich dies zu fördern, hier lernen junge Menschen fürs Leben“, meinte Milberg, der sich sicher ist, dass durch die Kooperation mit Schulen neue Zielgruppen entstehen und auch Jugendliche begeistert werden können, die in ihrem Umfeld bisher keinen Bezug zu Feuerwehr, Sport oder Hilfsorganisationen hatten.

Herangehensweise und Projektideen für gemeinsame Kooperationen können bereits auf einer digitalen Plattform ausgetauscht werden. „Wir erwarten nicht, dass jede Schule oder Organisation gleich ein eigenes Projekt auf die Beine stellt“, so Milberg: „Aber es ist Zeit, diese Chance zu nutzen und den ersten Schritt zu machen.“ Sowohl Schulen als auch Feuerwehr, Sportvereine oder Hilfsorganisationen seien in den letzten Jahren moderner und kooperativer geworden. „Schule ist nicht nur eine Bildungseinrichtung, Schule ist mehr als ein formales System – sie ist Lern- und Lebensraum“, brachte es Cornelia Lehr vom Hessischen Kultusministerium auf den Punkt. „Ein Personalmix aus unterschiedlichsten Menschen macht eine gute Schule aus – so erhalten Kinder und Jugendliche das beste Angebot, um in ihren Talenten gefördert zu werden. Die Schule als Campus und Lebenswelt, das sollte unser Ziel sein“, erzählte Lehr: „Erwachsene in der Schule können für die Jugendlichen zum Vorbild werden. Wer keine Kooperation möchte, sucht Gründe, wer eine Kooperation möchte, sucht Wege.“

Auch Sabine Stuhlmann von der Serviceagentur „Ganztägig lernen Hessen“ stimmte zu: „Diese Veranstaltung hat für die Zukunft einen wichtigen Stellenwert.“ So diente die Regionalkonferenz in der Feuerwache als Auftaktveranstaltung für viele weitere Fachtage. Im Anschluss an die offiziellen Grußworte fand eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Sabine Stuhlmann mit Gunnar Milberg, Cornelia Lehr, Bernd Gottschalk, Schulleiter Helmut Sämann a.D., Michael Grau (HMdIS), Oliver Palme (RL Breiten – und Leistungssport einschließlich Gesundheitssport) sowie Madeleine Vogt (DRK) statt, bei der sich die Akteure über Inspirationen im Bereich Kooperation austauschten. „Sport schafft Motivation, Vorbilder und Identifikation. Das haben wir nicht zuletzt vor einigen Tagen in Frankfurt gesehen“, so Palme. Im Anschluss präsentierten sich einige Schulen, Feuerwehren, Sportvereine und -verbände mit ihrer jeweiligen Jugendarbeit. Als Abschluss des Fachtages hatten die Besucher die Möglichkeit, an insgesamt acht Workshops miteinander in fachlichen Austausch zu kommen.

Fachtag in Fuldaer Feuerwache. Fotos: Christine Görlich