Lokales 07.03.2017

Berufswahl-aktiv-Fulda – Netzwerker unterzeichnen neue Strategien

Fulda (gü/oz) – Die OloV-Steuerungsgruppe der Region Stadt und Landkreis Fulda hat im Rahmen der Veranstaltung „Berufswahl-aktiv-Fulda“ am Dienstag in der Ferdinand-Braun-Schule die neuen Strategien und Zielvereinbarungen unterzeichnet. Mit dem Sprung vom Projekt zur Strategie sollen alle Aktivitäten, die Jugendliche auf ihrem Weg in eine Ausbildung unterstützen, noch sinnvoller gebündelt werden.

Von links: Claus Gerhardt, Stefan Schunck, Bernd Woide, Waldemar Dombrowski, Dag Wehner, Stephan Schmitt. Fotos: Jasha Günther.

OloV steht für Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule und Beruf und wurde bereits 2005 als Projekt des Hessischen Paktes für Ausbildung ins Leben gerufen. Landrat Bernd Woide, Fuldas Bürgermeister Dag Wehner, Kreishandwerksmeister Claus Gerhard, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda Stefan Schunck, der Leiter des Staatlichen Schulamts Fulda Stephan Schmitt und Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, unterzeichneten am Dienstag die regionale OloV-Strategie. Mit dieser werden allgemeine und inhaltliche Qualitätsstandards sowie konkrete Inhalte, die zur Optimierung der Vermittlungsprozesse im Rahmen der Berufsorientierung beitragen sollen, definiert. Oberziele der Strategie sind beispielsweise die jährliche Zielüberprüfung, die Vermeidung von Parallelstrukturen und Parallelmaßnahmen, die Verankerung der Berufsorientierung in der Curricula der Schulen, die Information von Schülern und Eltern über die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildungsabschlüsse oder die gezielte Nachwuchsgewinnung in einzelnen Berufssparten, die in Osthessen besonders vom Fachkräftemangel betroffen sind. Gleichzeitig rückt die OloV-Steuerungsgruppe die Informationsplattform „Berufswahl aktiv“, die im Februar 2015 online gegangen ist, noch einmal verstärkt in den Fokus. Auf der Seite finden sich mehr als zweihundert Angebote der Berufsorientierung.

„Wir wollen die bewährte Zusammenarbeit der vergangenen Jahre mit der Unterzeichnung heute noch etwas verbindlicher und langfristiger anlegen“, erläuterte OloV-Regionalkoordinator Ulrich Nesemann. „In unserer Region steht OloV für verlässliche Strukturen und ein funktionierendes Netzwerk“, unterstrich Landrat Woide. Der Landkreis selbst habe als freiwillige kommunale Maßnahme Arbeits-Coaches an Förder-, Haupt- und Realschulen eingesetzt. Sie begleiten Schüler und Eltern im Berufsorientierungsprozess und das Konzept habe sich bewährt. Die Stadt Fulda ist nicht nur Schulträger, sondern auch für die Jugendhilfe und später die Sozialhilfe verantwortlich. „Wir wollen niemanden an der Schnittstelle Schule-Beruf verlieren“, betonte Wehner. IHK-Kreisgeschäftsführer Schunck hob hervor, dass im dualen Ausbildungsbereich auch Abiturienten willkommen sind und gebraucht werden. „Die Mitarbeit im OloV-Steuerungskreis ist für uns von zentraler Bedeutung bei der Unterstützung unserer Mitgliedsbetriebe in der Nachwuchsgewinnung“, schilderte Gerhard die Beweggründe der Kreishandwerkerschaft, sich an dem Netzwerk zu beteiligen. Dombrowski ging auf die besondere Situation im Landkreis Fulda ein: „Auf 100 Bewerber kommen hier 160 Ausbildungsplätze. Das ist der Fachkräftemangel von morgen.“ Ein wichtiges Bindeglied zwischen Jugendlichen, Arbeitgebern, Hochschulen und Bildungsträgern bei der Berufsorientierung seien die Berufsberater. Wie wichtig die Zusammenarbeit für die Schulen ist, erläuterte Schulamtsleiter Schmitt: „Für die Vermittlung möglichst realistischer Eindrücke, unter anderem durch Betriebserkundungen, Bewerbungstrainings oder Praktika sind enge Kooperationen mit Betrieben und außerschulischen Partnern unabdingbar.“

 

Über 170 Teilnehmer netzwerken in der Ferdinand-Braun-Schule

Zu der Veranstaltung „Berufswahl-aktiv-Fulda“ waren über 170 Teilnehmer gekommen, darunter Vertreter von Schulen, Berufs-Coaches, Berufsberater und über 30 Betriebe. Im Medienzentrum der Schule gab es Informationen zu OloV und den neuen Strategie- und Zielvereinbarungen. Dazu gab es ein Vortrag zum Thema „Integrierte Ausbildungsberichterstattung“ von Yvonne Lieber vom Hessischen Statistischen Landesamt, die viele Zahlen und Daten präsentierte. Im weiteren Verlauf wurden Praxisbeispiele aus Schule und Beruf vorgestellt. Dabei wurde das Spannungsfeld, in dem sich die Institutionen bei der Berufsorientierung bewegen, in den Fokus gerückt. „Wir müssen auch gucken, wie orientieren wir das in den Schulalltag“, zeigte Andreas Stengel, Ansprechpartner für Berufs- und Studienorientierung beim Schulamt Fulda auf, dass mehr Praktika, mehrtägige Kompetenzfeststellungsverfahren und weitere Maßnahmen nicht immer leicht unterzubringen sind. Zum Abschluss präsentierten zahlreiche Betriebe ihre Ausbildungsangebote im Foyer der Ferdinand-Braun-Schule. So bekamen die Teilnehmer der Veranstaltung die Möglichkeit, direkt mit den Betrieben in Kontakt zu kommen.

Berufswahl-aktiv-Fulda (Fotos: Jasha Günther)