Fußball 23.04.2017

Schiedsrichter Weilmünster nach Spiel krankenhausreif geschlagen

Alsfeld (tg) - Trauriges Ende einer A-Liga-Partie: Schiedsrichter Jürgen Weilmünster aus Großenlüder wurde nach dem Fußballspiel zwischen dem SV Hattendorf und der SG Schwalmtal brutal geschlagen. Mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma muss er das Wochenende im Krankenhaus verbringen.

Foto: privat

Nach einem spannenden Spiel mit drei Roten Karten und einem Elfmeter der die Partie zugunsten der Gäste entschied (1:2) folgten die unfassbaren Szenen. Weilmünster befand sich bereits in der Kabine, als die Tür aufging und ein Hattendorfer eintrat und Weilmünster nach eigenen Angaben angeschrien habe. „Ich soll mich ganz schnell verpissen und zusehen, dass ich Land gewinnen, hat er zu mir gesagt“, schildert der Großenlüderer, der dann gesagt habe, er solle die Tür von außen zu machen. Das habe der Hattendorfer verneint, woraufhin Weilmünster versucht habe, die Tür zuzudrücken. Daraufhin habe der Hattendorfer ausgeholt und dem Schiedsrichter mit voller Wucht mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ein Betreuer habe noch dazwischen gehen wollen, da habe Weilmünster schon den nächsten Schlag einstecken müssen - diesmal auf die Brust. Danach habe der Betreuer den Randalierer aus der Schiedsrichterkabine bringen können.

Erst auf dem Heimweg, der Großenlüderer Referee wurde von seinem Schwager gefahren, merkte er, dass sein Gesicht anschwillt und ihm schlecht wird. „Ich habe erst gar nicht gemerkt, dass es so ein fester Schlag war“, meinte Weilmünster. Im Krankenhaus wurde dann die Diagnose „schweres Schädel-Hirn-Trauma“ gestellt. Das Wochenende muss er im Krankenhaus verbrinden. „Sowas ist mir zum ersten Mal passiert“, kann es der Schiedsrichter selbst nicht fassen, der besonders gravierend findet, dass er von einem Vereinsverantwortlichen geschlagen wurde. Zunächst hatte er gedacht, ein Zuschauer habe ihn attackiert. „Keine Ahnung was den geritten hat“, so Weilmünster, der zuvor eine relativ „normale“ Partie gesehen hatte. Die Zuschauer seien „harmlos“ gewesen. Der Großenlüderer Referee hat bereits Anzeige erstattet. So wird die Partie neben einer Sportgerichtsverhandlung noch zivilrechtliche Folgen haben.