Lokales 30.05.2016

gastro-ausbildung.de online – Infoplattform für Nachwuchskräfte

Fulda – Von Svenja Müller – Gute Aufstiegsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und tolle Ausbildungsorte – Gastronomie und Hotellerie haben viel mehr zu bieten, als manch ein Schüler denkt. Um Berufsfelder wie Koch, Servicekraft oder Hotelfachfrau wieder schmackhaft zu machen, wurde die Infoplattform www.gastro-ausbildung.de ins Leben gerufen. Außerdem findet ein großer Wettbewerb für Schulklassen statt.

von links: Armin Gerbeth, Leiter Bildung der Industrie- und Handelskammer, Jörg Wehner, zweiter Vorsitzender vom Verein der Köche Fulda, Gerlinde Falkowski, Studiendirektorin für den Bereich Ernährung und Hauswirtschaft, und Steffen Ackermann, Vorsitzender vom Hotel- und Gastronomieverband (DEHOGA) Hessen – Kreisverband Fulda

Initiiert wurde die Aktion vom DEHOGA Kreisverband Fulda, dem Verein Köche Fulda, der IHK, Eduard-Stieler-Schule, Rhöner Charme, Frucht Hartmann, Wehner Groma und Fehrmann. Bereits im vergangenen September hatten die Verantwortlichen beim Gastro-Tag die verschiedenen Berufsbilder aus der Gastronomie und Hotellerie präsentiert. In diesem Zusammenhang wurde auch das Ausbildungsversprechen einiger Unternehmen unterzeichnet, die sich gemeinsam für die Ausbildung von Nachwuchskräften einsetzen. Nun folgte mit der Einrichtung der Plattform gastro-ausbildung, die am Montagmorgen im Hotel Fulda Mitte im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, ein weiterer Schritt.  Armin Gerbeth, Leiter Bildung der Industrie- und Handelskammer, merkte an, dass die Kooperationspartner in der Region in einem vorbildhaften lebendigen Netzwerk agieren. Ausbildungsbetriebe würden sich seit Jahren engagieren, um für die schwarzen (Service) und weißen (Köche) Berufe Azubis zu finden. 2014 lag die Zahl in der Region bei 64, 2015 ist sie auf 72 angestiegen – laut Gerbeth seien das aber immer noch zu wenige. „Wir sind sehr facettenreich aufgestellt, um für die Branche zu werben“, sagte Gerbeth.

Carina Lauer und Sebastian Ruf von public relations sabine ick stellten die von ihnen entwickelte Plattform www.gastro-ausbildung.de vor. Dabei wurde vor allem auf die Ansprüche junger Menschen eingegangen. Das Logo mit dem Slogan „Heimat – lernen, ausbilden, genießen“ mit verschiedenen Symbolen steht für die Bereiche Essen, Trinken, Kochen und Service. Bei den Farben sollen das Grün die Natürlichkeit und die Erdtöne die Anbindung zur Region und zu den Lebensmitteln darstellen. Außerdem erläuterte Ruf, dass bewusst wenig Lesestoff verwendet wurde, um Jugendliche anzusprechen. Gleichwohl sei er ausreichend, um auch die Eltern über die Berufe zu informieren. Für die Werbefotos wurden Jugendliche aus der Region genommen, um einen Bezug zu den jungen Menschen vor Ort herzustellen. In insgesamt fünf Rubriken mit verschiedenen Untermenüpunkten können sich die Nutzer unter anderem über die 72 Ausbildungsbetriebe, die dem Köcheverein, dem DEHOGA und Rhöner Charme angeschlossen sind sowie über Schulabschlüsse und Weiterbildung informieren. Dazu gibt es auch Erklärvideos. „Wir sind wirklich sehr stolz auf diese Seite“, erwähnet Steffen Ackermann, Vorsitzender vom Hotel- und Gastronomieverband (DEHOGA) Hessen – Kreisverband Fulda. Das Angebot sei in der Region einmalig.

Weiterhin startet nach den Sommerferien der Drei-Phasen-Wettbewerb „Projekt Heimat“ für die Klassen acht und neun aus dem Landkreis Fulda. Schulklassen werden aufgerufen eine Party zu gestalten und ihre Ideen bei der Jury einzureichen. Dazu gehören der Entwurf einer Einladungskarte, ein Programmablauf sowie die Gestaltung einer Speisekarte für ein Büffet mit regionalen Speisen und Getränken. Im zweiten Teil kommt ein Fotograf mit einem Warenkorb in der Schule vorbei. Die Lebensmittel müssen dann dekorativ zum Rhöner-Brotzeitteller und einem Rhöner-Obstteller angerichtet und fotografiert werden. Zum Abschluss findet am 18. November in der Eduard-Stieler-Schule das Finale statt, bei dem jeweils sechs Klassenvertreter mit verbundenen Augen Lebensmittel und Gewürze sowie auf Bildern touristische Highlights erkennen müssen. Als erster Preis winkt ein „Food-Package“ für eine Klassenfeier. Die Zweitplatzierten bekommen 100 Euro für die Klassenkasse und Platz drei erhält für eine Woche einen gesunden Pausensnack für die Klasse. „Wir wollen mit dem Projekt die Auseinandersetzung mit der Heimat und dem Genießen in der Region fördern. Wir sehen Gastronomie auch als Stück Kultur“, sagte Gerlinde Falkowski, Studiendirektorin für den Bereich Ernährung und Hauswirtschaft.

Zu dem umfangreichen Angebot zählt auch ein Seminarprogramm mit über 20 Veranstaltungen. „Die Zeit ist schnelllebig“, sagte Jörg Wehner, zweiter Vorsitzender vom Verein der Köche Fulda. Umso wichtiger sei es, dass Azubis neben ihrer Ausbildung an Weiterbildungsangeboten teilnehmen. Ob Käse-, Wein- oder Grillseminar – die Auswahl ist groß. „Das ist ein toller Blick für junge Leute über den Tellerrand hinaus“, meinte Gerbeth. Zudem bietet Rhöner Charme eine Azubi-Rundfahrt an, bei der bewusst touristische Highlights in der Region angesteuert werden. So soll die Beratung der Gäste im Restaurant oder Hotel gestärkt werden. „Es gibt schon toller Perspektiven“, erwähnte Falkowski und fügte an: „Viele Jahre hat die Gastronomie zu wenig getan, um die positiven Seiten herauszustellen.“ Ackermann ergänzte, dass das Gewerbe sehr bunt sei, flexible Arbeitszeiten und vor allem auch tolle Arbeitsorte biete. „Wer eine gute Ausbildung gemacht hat, wird auch gut Geld verdienen“, sagte Ackermann.

gastrob-ausbildung vorgestellt (Fotos: Svenja Müller)