„Wir sind stolz und freuen uns sehr, dass wir diese Ausstellung für unser Museum zur Verfügung gestellt bekommen haben“, freut sich Museumsdirektor Dr. Markus Miller. Peter Carl Fabergé (1846-1920) gilt als einer der größten Kunsthandwerker aller Zeiten. Seine Arbeiten beeindrucken durch eine enorme handwerkliche Präzision, einen unerschöpflichen Erfinderreichtum und die edlen, verarbeiteten Materialien. An der Schwelle zwischen Historismus und Jugendstil bilden die Kunstobjekte Fabergés ein eigenes Genre der Goldschmiedekunst, das jedem Betrachter garantiert lange in Erinnerung bleibt. In der Sonderausstellung „Fabergé – Geschenke der Zarenfamilie“ zeigt das Museum Schloss Fasanerie über 100 Kunstobjekte des weltberühmten Juweliers, die für den russischen Zarenhof in den Jahren um 1990 entstanden sind. Die Ausstellungsexponate stammen aus dem Besitz der Kinder des Darmstädter Großherzogs Ludwig IV., von denen zwei Heiratsverbindungen mit der Zarenfamilie eingingen. Die beiden Schwestern schickten zahlreiche Arbeiten von Fabergé als Geschenke an ihre Geschwister in London, Kiel und Darmstadt. Es sind diese Werke, die den Kern der Ausstellung auf Schloss Fasanerie bilden. Zu sehen sind elegant verzierte Schmuckgegenstände und Stockgriffe, noble Zigarettenetuis, formvollendete Bilderrahmen und Tischuhren sowie fantasievolle, aus Halbedelsteinen geschnittene Tierminiaturen. Zudem erfährt der Ausstellungsbesucher viel über die Schenkenden - präsentiert werden zahlreiche persönliche Briefe an die Geschwister sowie Fotos und kleine Aufmerksamkeiten, die aus Russland nach Deutschland und England geschickt wurden. Auch die Beschenkten werden vorgestellt. Der Großteil der Exponate stammt aus Hessen-Darmstädtischem Besitz, der heute von der Hessischen Hausstiftung bewahrt wird. Außerdem wird die Ausstellung durch Objekte von drei privaten Leihgebern aus England und Deutschland bereichert, die Gegenstände aus dem Eigentum der Geschwister von Ernst Ludwig zur Verfügung gestellt haben. So präsentiert die Ausstellung nicht nur beeindruckende Kunst des russischen Goldschmieds, sondern veranschaulicht auch die starke familiäre Bande zwischen den europäischen Herrscherhäusern jener Zeit. „Die Ausstellung zeigt anhand der Fabergé-Objekte die starke Vernetzung der europäischen Dynastien in der Zeit von 1918“, so Miller.
Die Sonderausstellung im Badehaus können Interessierte vom morgigen Samstag bis 16. Oktober (dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr) begutachten. Der Eintritt kostet 8 Euro (6 Euro ermäßigt).
