„Im Endeffekt hätten wir das 5:5 oder sogar das 6:5 erzielen können, aber wenn man fünf Tore in der ersten Halbzeit bekommt, darf man sich nicht beschweren, wenn man verliert“, hadert Kassels Trainer Thorsten Hirdes mit dem ersten Durchgang. In den ersten zehn Minuten waren die Junglöwen gar nicht auf dem Platz, bei den Sprudelkickern machte sich die Systemumstellung – für den angeschlagenen Taner Harmancioglu spielte Dimitrij Scheller Rechtsverteidiger, Niklas Dietz bildete mit Tim Mulfinger die Doppelspitze – auf 4-4-2 bezahlt: „Die Jungs vorne haben alle Zweikämpfe gewonnen und alle Tore super herausgespielt“, lobt Bad Sodens Trainer Sead Mehic. Beim 1:0 zimmerte Mulfinger eine Dietz-Ablage nach Ecke von Scheller in die Maschen (3.), beim 2:0 musste Dietz eine Mulfinger-Vorarbeit über rechts nur noch über die Linie drücken (6.), dann setzte Dietz Sven Hassler gut in Szene (8.). Bevor Mulfinger eine Dietz-Hereingabe zum 4:0 verwertete (27.), hatte Tuna Moaremoglu für die Sprudelkicker bereits den Pfosten getroffen (23.), kurz vor der Pause dann traf Dietz aus 16 Metern zum zweiten Mal (44.). „Niklas Dietz hat ein Riesenspiel gemacht und das Vertrauen zu 100 Prozent zurückgezahlt. Das war fast perfekter Fußball, mit dem 5:0 war Kassel noch gut bedient“, urteilt Mehic zufrieden.
Umso unverständlicher, dass im zweiten Durchgang so gut wie nichts mehr zusammenlief: „Wir hatten eigentlich nur noch gehofft, das Ergebnis in Grenzen zu halten“, muss Hirdes zugeben, dessen Team nach einem Eigentor von Anton Römmich (50.) plötzlich Oberwasser bekam und durch einen Doppelschlag von Justin Schumann – erst wurde sein Schuss noch abgefälscht, dann kam er am rechten Pfosten an den Ball und wurde nicht attackiert – auf 3:5 verkürzte. Nachdem Julien Purcell dann Rolf Sattorov im Strafraum berührt hatte und der Unparteiische Marcus Rolbetzki (Marburg) auf den Punkt zeigte und Sattorov eiskalt blieb (78.), brannte es in der Sodener Defensive lichterloh: Die Junglöwen hatten durch Murat Osmanoglu und Rene Ochs noch richtig gute Chancen zum Ausgleich, der wäre dann aber doch zu viel des Guten gewesen – die Sprudelkicker zitterten sich zum Sieg. „In der zweiten Hälfte haben wir dann so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten, aber wir dürfen uns nicht beschweren: Wenn man auswärts vier Tore schießt und verliert, weiß man, was man falsch gemacht hat“, bilanziert Hirdes. Mehic wiederum bemängelt die fehlende Dominanz im zweiten Durchgang, atmet aber vor allem tief durch: „Letztendlich müssen wir froh sein, dass wir zur Halbzeit schon 5:0 geführt haben, wir haben es einfach schlecht gemacht. Bei den Gegentoren waren wir zu passiv und standen zu weit weg, das war ärgerlich. Aber wir müssen froh sein über die drei Punkte, unterm Strich war das auch ein verdienter Sieg. Wir haben eine perfekte erste Halbzeit gespielt.“
Bad Soden: Gonzalez-Garcia; Scheller, Römmich, Kreß, Özyer – Moaremoglu, A. Albayrak (64. Purcell) – Degermenci (46. Harmancioglu), Hassler – Dietz, Mulfinger.
Kassel II: Winterhagen; Heussner, Mobarak (68. Feldmann), Schumann, Cheberenchuk – Osmanoglu, Wörner – Ecevit, Ochs, Lee (46. Friele) – Sattorov.
Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (Marburg)
Tore: 1:0 Tim Mulfinger (3.), 2:0 Niklas Dietz (6.), 3:0 Sven Hassler (8.), 4:0 Tim Mulfinger (27.), 5:0 Niklas Dietz (44.), 5:1 Anton Römmich (50., Eigentor), 5:2 Justin Schumann (55.), 5:3 Justin Schumann (59.), 5:4 Rolf Sattorov (78., Foulelfmeter)
Zuschauer: 100.
