Seit 20 Jahren pflegen Christian Redweik, Vorsitzender des Vereins, und die Pfleger Matthias Frank, Markus Jäger und Melanie El Mohamad die zwei äußerst seltenen Kubakrokodile Klara und Willi. Das Paar wurde durch einen Kubaner illegal nach Deutschland gebracht und am Leipziger Flughafen beschlagnahmt. Die bedrohte Tierart ist in Kuba nur noch in zwei Sumpfgebieten zu finden. Da sie sich in freier Wildbahn mit Spitzkrokodilen kreuzen, gibt es nur noch wenige reinerbige Kubakrokodile und der Wert der Reptilien ist extrem angestiegen.
Nachdem den Züchtern bewusst wurde, dass die Tiere zu den wenigen reinerbigen der rund 4000 Exemplare gehören, begannen sie vor 18 Jahren mit den ersten Zuchtversuchen. Vor fünf Jahren legte Klara das erste Ei. „Doch es gab immer Probleme. Entweder hat das Männchen die Eier weggefressen oder das Weibchen den Platz nicht angenommen“, so Frank. Doch dann schafften sie den Durchbruch: Das Weibchen legte 14 befruchtete Eier und nach 96 Tagen im Brutkasten schlüpften die vier weiblichen Jungtiere. „Das ist eine Riesenfreude“, sagte Frank, der den Tieren bei sich zuhause im Brutkasten beim Schlüpfen zusah: „Ich war einfach froh, als das erste gesunde Tier aus dem Ei kroch.“ Mittlerweile wurde die Reinerbigkeit vom amerikanischen Institut „Texas Hold Tech“ mit Hilfe der DANN-Probe bestätigt.
„Wir haben schon viele Zuchterfolge erzielt“, so Redweik, doch die Krokodilzucht habe alle vor neue Herausforderungen gestellt. Egal ob Chamäleons, Schildkröten oder Riesenschlangen – bei der Zucht unterschiedlichster Tierarten waren die Pfleger erfolgreich. „Wir hoffen, dass es nächstes Jahr mehr sind“, meinte Redweik mit Blick auf die Kubakrodile. In der nächsten Paarungszeit würden sie die Eier in zwei unterschiedliche Brutboxen legen, um auch einige männliche Tiere zu züchten, denn die Geschlechtschromosomen entwickeln sich abhängig von der Temperatur. Die Jungtiere sollen nun etwa ein Jahr im Tümpelgarten leben. „Danach werden wir die Tiere freigeben“, verriet Frank. Sie kommen dann entweder auf eine Krokodilfarm zur Erhaltungszucht oder in den Zoo. „Wir sind stolz auf diesen Erfolg“, freute sich der Vereinsvorsitzende. Die Tiere sind bei der Aquarien- und Terrarienausstellung an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr zu sehen.
