Was war passiert? Bei der Passkontrolle fiel Schiedsrichter Karsten Pfeiffer (Nieder-Wöllstadt) auf, dass Neuhofs Neuzugang Florian Langner laut Pass erst zum 1. November spielberechtigt wäre. Auf Nachfrage wurde daraufhin erklärt, dass dieser nachträglich freigegeben wurde und somit spielberechtigt war. Die Passstelle konnte aufgrund von technischen Schwierigkeiten in der vergangenen Woche keine Pässe drucken, deshalb war Langners Pass nicht aktuell und Predanic hatte noch gar keinen erhalten. Eine Online-Spielberechtigung sowie eine Kopie des slowenischen Reisepasses waren in der Passmappe. Der Schiedsrichter monierte nur Langners Pass, Predanic wurde, im Glauben dass alles korrekt war, daraufhin eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt. Das Ende vom Lied: Die Partie wird nicht mit 0:1, sondern mit 0:3 gewertet, zudem muss der SVN eine Strafe zahlen. Damit will sich Neuhofs Sportlicher Leiter Alexander Bär nicht zufriedengeben: „Ich habe schon Widerspruch eingelegt. Der Spieler hätte sich ja ausweisen können, aber der Schiedsrichter hat nichts gesagt und nichts moniert. Meiner Ansicht nach hätte er erst mal aufgefordert werden müssen, sich auszuweisen. Außerdem ist das ein Kommunikationsproblem: Der Schiedsrichter hätte nach Spielende auch sagen können, dass er etwas vermerken wollte, dann hätten wir den Ausweis noch vorgelegt. Aber der Spieler und der Verein können doch nichts dafür: Der Spieler hatte den Ausweis dabei, ist aber nicht danach gefragt worden.“
Doch genau hier liegt der Hund begraben, wie Horst-Günther Konle, Vorsitzender des Sportgerichts der Verbandsligen, erklärt: „Jeder Verein hat nach dem 1. Juli ein Rundschreiben bekommen mit dem Inhalt, dass Spieler, die keinen Spielerpass vorlegen können, einen Ausweis im Original vorlegen müssen. Keine Kopie und nicht auf Aufforderung. Ich habe die Vorschrift nicht gemacht, sondern sie nur ausgeführt. Solche Dinge dürfen in der Verbandsliga einfach nicht passieren.“ Die Vereine seien auf den Rundenbesprechungen ausführlich über die Thematik aufgeklärt worden. Der Widerspruch wird wohl im Sande verlaufen, einverstanden ist Bär mit dem gesamten Ablauf aber nicht: „In der Spielordnung steht nicht, dass eine Kopie nicht reicht und den original Pass hatte er ja einstecken, weil er ihn nicht in die Passmappe legen wollte. Unser Betreuer ist 65 Jahre alt und der Spieler vier Wochen in Deutschland. Da kann der Schiedsrichter dem Betreuer auch mal helfen oder ihn an das Original erinnern und nicht ‚auflaufen lassen‘. Dann niemandem etwas sagen, aber einen Vermerk im Spielbericht. Ist das sportlich?“
Der HFV hat auf der Verbandsvorstandssitzung übrigens auch eine Änderung bezüglich des Einsatzes von Spielern in unteren Mannschaften nach einem Einsatz in der Hessen-, Verbands-, Gruppenliga oder darunter beschlossen: Die Schutzfrist fällt weg, nun gilt: Nach einem Einsatz in der oberen Mannschaft sind stets bis zu zwei Spieler, egal ob Ü23 oder U23, in einer unteren Mannschaft spielberechtigt. Das gilt seit dieser Saison auch für die Hessenliga.
Unabhängig von der Spielberechtigung kann der SV Neuhof von Predanic einiges erwarten: Der 19-Jährige wohnte erst bei einem Bekannten in Lauterbach, trainierte dann bei Kreisoberligist FT Fulda mit, deren Trainer Romeo Andrijasevic den Slowenen allerdings mit dem Hinweis, er müsse mindestens zwei Klassen höher spielen, dem SVN empfahl. Nach Stationen unter anderem im Nachwuchs des Zweitligisten Interblock Ljubljana (2011 bis 2013) hat Predanic auch in Deutschland Ambitionen, höherklassig zu spielen, ist enorm ehrgeizig und trainiert derzeit mehrere Stunden pro Tag. „Er trainiert viel, ist technisch gut ausgebildet und hat eine hohe Grundschnelligkeit. Er antipiziert auch schon sehr gut, ist aber noch zu ballverliebt und in unserem System muss er noch besser funktionieren“, weiß Bär über den Neuzugang, der in Neuhof wohnt und in Eichenzell arbeitet. Dazu ist er auch menschlich ein Gewinn: „Er ist freundlich, nett und zuverlässig“, so Bär.
