Lokales 25.08.2015

„Ein großes Glück für Fulda“ – 85. Geburtstag von Dr. Hamberger

Fulda – Von Florian Seelig – Große Ehre für einen großen Mann: Anlässlich der Vollendung seines 85. Lebensjahres überbrachten gut 250 Freunde und alte Weggefährten Fuldas langjährigem ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger auf einem Empfang im Fürstensaal des Stadtschlosses nur die besten Glück- und Segenswünsche.

Von links: Dr

In insgesamt 28 Jahren als Oberbürgermeister – von 1970 bis zum aufgrund des Erreichens der Altersgrenze nicht ganz freiwilligen Ausscheiden 1998 – prägte der Jubilar die Stadtgeschichte in so gut wie allen Bereichen. „Für mich ist dieser Empfang eine große Herausforderung. Sie haben der Stadt insgesamt 11.000 Tage Dienst geleistet, ich bin gerade mal elf Tage im Amt“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld zur Begrüßung. Zahlreiche Verdienste, die das Stadtbild von heute prägen, gehen auf das Konto Hambergers, betonte Wingenfeld: „Ihr Wirken ist von Weitsicht geprägt, ich kann nur wenige Beispiele wie die Gebietsreform, den Bau des Klinikums, das Industriegebiet Fulda-West, die Umgestaltung der Innenstadt, den ICE-Halt, das Schlosstheater oder die Landesgartenschau 1994 nennen.“ Für seinen Nach-Nach-Nachfolger steht jedenfalls zweifelsfrei fest: „Herr Dr. Hamberger, Sie sind ein großes Glück für Fulda.“

Zahlreiche Gratulanten – darunter CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Michael Brand, CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Walter Arnold, Hambergers Amtsvorgänger und ehemaliger Hessischer Wirtschaftsminister Alois Rhiel, der ehemalige Landrat Fritz Kramer, Wingenfelds Nachfolger als Erster Kreisbeigeordneter, Frederik Schmitt, Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt oder Sparkassen-Vorstandssprecher Alois Früchtl sowie RhönEnergie-Vorstandssprecher Martin Heun – lauschten den Grußworten von Stadtverordnetenvorsteherin Margarethe Hartmann, die dem Mann des Sports und dem Vereinsförderer Hamberger bescheinigte, viele bleibende Spuren hinterlassen zu haben. Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez hob Hambergers Verbundenheit mit der katholischen Kirche und dessen Wirken im Katholikenrat hervor, Fuldas Bürgermeister Dag Wehner als Vorsitzender des CDU-Stadtverbands dessen Wirken für die Partei. „Die Grundlagen Ihres Erfolgs waren Fleiß, Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit. Ihr zähes Ringen hat sich gelohnt“, sagte Wehner.

Anstatt Geschenken wünschte sich Hamberger, der seit seinem „Unruhestand“ 1998 keineswegs zurückgezogen hat, sondern vielfältigste Aufgaben wahrnahm und beispielsweise jahrelang den Vorsitz des Geschichtsvereins führte und maßgeblich an der zweibändigen Stadtgeschichte beteiligt war, eine Spende für die Bibliotheca Fuldensis. „Ich danke Ihnen für Ihr anhaltendes Interesse“, sagte Prof. Dr. Bernd Willmes, Rektor der Theologischen Fakultät und überreichte Hamberger gemeinsam mit Diez das Faksimile eines Codex mit zwei Heiligenviten des Kilian sowie der Margarethe, die wohl gegen 975 im Kloster Fulda geschaffen wurde.

Bevor der Jubilar selbst zu Wort kam, präsentierten seine Töchter Jutta und Barbara mit den zwei Enkeln verschiedene Aspekte aus dem Privatleben des 85-Jährigen, der auch als Grillmeister, Skilehrer und beim Feste feiern eine gute Figur macht. Der gebürtige Bensheimer Hamberger ließ seine Verbundenheit zur Stadt Fulda Revue passieren und erklärte, wie er 1949 erstmals in einem Zeltlager der Neudeutschen Jugend in der Johannisau in der Domstadt war: „Das war Liebe auf den ersten Blick“, sagte Hamberger, der allerdings erst 1967 endgültig nach Fulda kam, wo er als Referent des damaligen OB Dr. Alfred Dregger finanzielle Einbußen hinnehmen musste, dann allerdings bereits nach einem Jahr als Bürgermeister 1970 zu Dreggers Nachfolger gewählt wurde. „Ich hatte das Glück, dass mein Beruf zur Berufung wurde. Ich wollte die Zukunft immer unmittelbar gestalten und habe deshalb Angebote, aufzusteigen, ausgeschlagen“, erklärte der gläubige Katholik, der den 27. Februar 1945 als seinen zweiten Geburtstag bezeichnet: Damals überlebte er den Bombenhagel von Mainz. Vor allem jedoch dankte er seiner Frau Lieselotte, die damals mitentscheidend war, nach Fulda gekommen zu sein – wo die Familie immer noch wohnt. „Ich bin und bleibe stolz, was mir in Fulda vergönnt war“, betonte Hamberger.