Die Fortschreibung des Frauenförderplans ist seit einigen Jahren überfällig, denn das hessische Gleichberechtigungsgesetz fordert den Plan immer für sechs Jahre und der letzte Fuldaer Plan stammt aus dem Jahr 2003. Den Verzug, den insbesondere die SPD dem Magistrat vorwarf, begründete Oberbürgermeister Gerhard Möller mit der doppelten Konsolidierung in den vergangenen Jahren, die nur wenig Raum für Entwicklungsmöglichkeiten gelassen habe. „Auch wenn kein Plan vorlag, heißt das nicht, dass keine Frauenförderung stattgefunden hat“, unterstrich Möller. Patricia Fehrmann (CDU) führte auf, dass in den letzten Jahren zwar eine Vielzahl von Frauen eingestellt worden sei, „aber es liegt eine Unterrepräsentation in Führungspositionen vor.“ Als Gründe dafür nannte Fehrmann unter anderem die Teilzeitbeschäftigung. Die Grünen führten die unterschiedlichen Anteile von Männern und Frauen in den einzelnen Besoldungsgruppen auf und forderten, weniger zaghafte Formulierungen, um auch tatsächlich eine neue Wirklichkeit zu schaffen. Am Ende wurde der Frauenförderungsplan, dessen Inhalte von Magistrat, Personalrat und Frauenbeauftragter gemeinsam getragen werden, auch ohne die Stimmen von Grünen und Linken angenommen.
Diskussionen um Baugebiete in Edelzell
Herrschte bei der Entscheidung über den Bebauungsplan „Domäne Maberzell“ im Stadtteil Maberzell noch Einigkeit, entbrannte über den Bebauungsplan „Josephine-Grau-Straße“ in Edelzell eine Grundsatzdiskussion zum Thema Stadterweiterung – die Aufstellung der beiden Bebauungspläne in Edelzell wurde schließlich ohne die Stimmen der Grünen und Republikaner veranlasst. Ute Riebold (Grüne) forderte zunächst die Ergebnisse des Zensus im Laufe dieses Jahres abzuwarten und kritisierte, dass ein konkretes Konzept für die Ausgestaltung der Wohnbebauung in Edelzell fehle. Die CDU stellte dem entgegen, dass der Bedarf eindeutig gegeben sei: „Allein in Maberzell gibt es 80 Anfragen. Da ist es nötig ein Angebot zu machen“, zeigte Walter Krah auf. Zwar müsse auch der Wohnungsbau in der Innenstadt weiter vorangetrieben werden, doch es gelte ebenso den Wunsch nach Einfamilienhäusern zu respektieren, gerade wenn Kinder von Ortsansässigen dort bauen möchten.
Der Oberbürgermeister warnte die Stadt nicht als Solitär zu sehen: „Eine Politik des Abwartens hieße, dass das Umland weiter wachsen würde und die Stadt nicht. Es nutzt nichts zu warten, während von Eichenzell bis Dipperz die Baugebiete aus dem Boden sprießen.“ Des Weiteren verwies er auf das abgewogene Angebot in den Stadtteilen – weitere Pläne in Haimbach und Bronnzell seien bereits in Gespräch. Als die Diskussion dann zu Stadtentwicklung im Allgemeinen und der Wohnraumknappheit im Rhein-Main-Gebiet überging, mahnte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann beim Thema zu bleiben. Über ein neues Baugebiet in Sickels hatte zwar in den Ausschüssen Uneinigkeit geherrscht, da im Ortsbeirat eine Fläche zwischen Tierklinik und ehemaliger Schule bevorzugt worden wäre, doch die Stadtverordneten stimmten dem nun ins Auge gefassten Gelände „Am Pröbelsfeld“ bei nur einer Gegenstimme zu. Möller hatte die Wahl dieses Gebiets unter anderem damit begründet, dass die Stadt dort schon ein großes Grundstück besitze.
Die Stadt hat das Konzept mit den neuen Bauplätzen bereits ausführlich vorgestellt: http://www.osthessen-zeitung.de/einzelansicht/news/2014/februar/67-neue-bauplaetze-in-edelzell-maberzell-und-sickels-fulda-waechst-weiter.html
