Lokales 06.02.2014

Chance auf den Traumberuf – 10. Bildungsmesse am Wochenende

Fulda – Von Hannah Günther – Im Fuldaer Kongresszentrum bekommen Schüler, Eltern und Lehrer am Freitag und Samstag Informationen in Sachen Aus- und Weiterbildung aus erster Hand geboten. Bei der 10. Bildungsmesse präsentieren 160 Aussteller auf 4800 Quadratmetern 203 Ausbildungsberufe, 37 vollzeitschulische Angebote, 155 traditionelle und duale Studiengänge sowie 32 Weiterbildungsangebote. Der Aufbau läuft bereits auf Hochtouren.

„Die 10. Bildungsmesse wird wie der Lichtkegel eines Leuchtturms auch weit über die Grenzen unseres Landkreises hinaus als eine der größten ihrer Art wahrgenommen“, verdeutlicht Armin Gerbeth, Leiter Bildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda, dass das gut funktionierende Fuldaer Netzwerk auch Interessenten aus den Nachbarlandkreisen anlockt. Der Fokus der Veranstalter – Agentur für Arbeit, Kommunales Jobcenter des Landkreises, Kreishandwerkerschaft und IHK – liegt auf den Schülern, doch wie Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, und Landrat Bernd Woide betonen, ist auch der Besuch von Eltern und älteren Ausbildungssuchenden ausdrücklich erwünscht. „Es bleibt eine zentrale Verantwortung der Eltern, sie müssen diese wichtige Entscheidung ihres Kindes begleiten“, appelliert Woide,  das Thema Berufsorientierung nicht allein auf die Schulen abzuwälzen. Dombrowski möchte bewusst auch Menschen ansprechen, die eine Ausbildung nachholen oder umschulen möchten: „Es ist eine Chance für jüngere Menschen, die vor fünf, zehn oder 15 Jahren nach der Schule keine Ausbildung gemacht haben und sich jetzt beruflich neuorientieren wollen.“

„Die Messe kann frühzeitig Orientierung bieten“, hofft Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt auch Schüler der Jahrgänge sieben bis neun begrüßen zu dürfen und Alternativen zum Traumberuf aufzuzeigen, denn „die Messe bietet die Möglichkeit den zweiten Traumberuf zu entdecken.“ Von Seiten der Schulen im Landkreis Fulda wird der Besuch der Bildungsmesse vor- und nachbereitet: „So können die Schüler die Möglichkeiten und Informationen auch gut nutzen“, erläutert Eleonore Reuther, Schulamtsdirektorin am Staatlichen Schulamt in Fulda. Auch auf der Homepage der Bildungsmesse (www.bildungs-messe-fulda.de) können sich die Schüler auf ihren Besuch vorbereiten. „Der Beruf-O-Mat kommt sehr gut an“, weiß Andreas Stengel, OloV (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf)-Koordinator für die Region. Mit Hilfe des Beruf-O-Mat können sich die Schüler nach der Beantwortung einiger Fragen ihren eigenen Laufzettel mit für sie interessanten Ständen im Kongresszentrum erstellen. Allein für Freitagvormittag rechnet Stengel mit rund 1600 Schülern aus dem Landkreis, die die Messe im Klassenverband besuchen.

 

Der Ausbildungsmarkt ändert sich

„Der Wettbewerb um Schulabgänger wird immer enger“, sagt Gerhardt und dies hat Folgen. „Heute kann man sich manchmal die Frage stellen, wer bewirbt sich eigentlich bei wem. Der Schüler bei dem Betrieb, oder der Betrieb bei den Schülern? Gerade wenn es um die guten Schüler geht“, beobachtet auch Woide einen Wandel. Doch es gibt nicht nur die guten Schüler, sondern auch die durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Abgänger und gerade für diese Gruppen ist die Messe eine wichtige Gelegenheit, um persönliche Kontakte zu knüpfen. „Es ist der Wille des Einzelnen gefordert“, unterstreicht Gerhardt, dass auch schwächere Schüler ihre Chance haben. Der persönliche Kontakt zwischen Schülern und Unternehmen ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten: „Im Nachgang passiert eine ganze Menge“, kann Dombrowski bestätigen.

„Dass Banken jetzt noch Auszubildende für den Sommer dieses Jahres suchen, hätte es vor fünf Jahren nicht gegeben“, verdeutlicht Dombrowski die Veränderungen an einem Beispiel. Doch nicht nur der Ausbildungsmarkt im Allgemeinen, auch das Bild der einzelnen Berufe wandelt sich. „Das Handwerk hat den Ruf schmutzig zu sein und auf Muskelarbeit zu beruhen, doch mittlerweile müssen wir vom Köpfchen im Handwerk reden“, macht Gerhardt Werbung für ein Berufsfeld, in dem sich in den letzten Jahren viel geändert hat und das anspruchsvoller geworden ist – im Handwerk seien regelrechte Hightech-Berufe entstanden. Mit Blick beispielsweise auf die gesamte Haustechnik oder auch die immer komplexer werdende Kfz-Technik wird deutlich, dass dort hochspezialisierte Fachkräfte erforderlich sind.

Die Bildungsmesse im Kongresszentrum ist am Freitag von 8 bis 17.30 Uhr und am Samstag von 9 bis 25 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Besucher können sich im Gespräch mit Auszubildenden, Ausbildern und Personalern an den Ständen informieren, darüber hinaus werden 26 Fachvorträge angeboten.